Letzte Ausfahrt Amphi

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Letzte Ausfahrt Amphi

Beitragvon thono » Mo Aug 20, 2007 09:12

Letzte Ausfahrt Amphi
(oder: Dude, where is my Scene?)

Die Gothic-EBM Szene ist ein unerschütterliches Bollwerk gegen den musikalischen Mainstream, gegen kommerzielles Einerlei, gegen inhaltliche Leere und Belanglosigkeit. Ihre Anhänger sind höchst bemerkenswerte Individuen, die in ihrer Kleidung, ihrem Gestus, ihrem Anspruch den sie an Musik und an ihre Umwelt stellen Geschmack, Reife, Kritikfähigkeit, und gleichzeitig Offenheit gegenüber Neuem darstellen. Angezogen von eleganter Düsterkeit und Melancholie drücken vor allem die in dieser beheimateten Musiker mit konsumkritischen, intelligenten Texten, dem Mainstream abgewandtenh Songstrukturen und einer für jede Band einmaligen Athmosphere den Leitgedanken dieser elitären Minderheit aus.

Die Anthithese zu allen diesen Aussagen stellte am 21. und 22, Juli leider das Amphi-Festival in Köln dar. Eine gute Gelegenheit den inhaltlichen Tod einer „Szene“ zu bedaueren, auch wenn ihre Mitlieder davon wohl nicht mehr viel mitbekommen werden.

Das Publikum:
Das allgegenwärtige Schwarz ist man bei den Gästen der Gruftifestivals dieser Nation ja schon gewohnt, aber nirgendwo war das Publikum so uniformiert wie hier. Mädels in Minirock und Netzstrumpfhose, gnadenlos unabhängig von Alter, Gewicht, Bein- und Bauchumfang. Männer (Version 1), kurzhaarige EBM Deppen zu 50% mit Bierbauch und einem von 15 populären Bandshirts von Hocico, FLA, VNV Nation oder Suicide Commando. Auf jeden Fall eine elitäre Auswahl von Bands, die dem Musikfreund klarmacht, dass die meisten der Anwesenden wohl über 10 verschiedene Bands im Schallplattenschrank kaum hinauskommen, aber gerne mal den harten Mann markieren. Version zwei, langhaariger Zausel mit Muscleshirt und Schnürhose, Typ uneinordnerbarer Rebell, nur zufällig in den ersten drei Reihen von Unheilig oder ASP zu finden. So individuell, das er sich auch von den restlichen 3000 Kopien seiner selbst auf dem Amphi nicht aus der Ruhe bringen lässt. Schließlich trägt man die Hose Marke“Xtra Fashion Street Rebel“. Während alle Pseudos noch bei „Xtra Fashion Club Ranger“ hängengeblieben sind.


Die Bands:

Erste Band die wir nach Ankunft ertragen mussten waren „Eisbrecher“. Der Name assoziiert Energie, Urgewalten, arktische Kälte, die von kaltem Stahl zerschnitten wurden. Soweit der wohl angestrebte Anspruch. In Wirklichkeit sind Eisbrecher leider eine polnische Rammstein-Kopie in billig, mit Liednamen wie „Das Ende“, „Die Kinder Der Nacht“ oder „Phosphor“. Die Düsternis, die Härte mühselig aus jeder Liedzeile gequetscht, die dem vereinzelt headbangenden Publikum natürlich zeigen soll wie „kredibel“ und „goldrichtig“ man in dieser Szene aufgehoben ist. Künstlerische Aussage abgesehen vom deskriptiven Spiel mit den Elementen, mit „düster, hell, heiss und kalt“: Null.
Aber wen interessiert das auch, denn die Metallgitarren, die man vor Jahren von Rammstein schon mal besser gehört hatte sind mit demselben stumpfen 4/4 Dancebeat unterlegt den man zum „Abschalten“ braucht. „Hier bin ich richtig“, denkt sich das Publikum und feiert dankbar mit.

Funker Vogt können gewissermaßen Pionierstatus in der EBM-Szene für sich in Anspruch nehmen, denn sie haben die Dummheit salonfähig gemacht. Der 3 Akkorde-EBM mit Gröhlgesang musste sich demnach in den vergangenen 8? 10? 12? (wen interessierts!) Jahren auch kaum wandeln, und die simplen Mitsingmelodien befreiten die EBM-Soldaten vom intellektuellen Anspruch, sich über die Texte von Skinny Puppy oder dem Wort-Minimalismus von Nitzer Ebb oder DAF Gedanken machen zu müssen. Bei Funker Vogt geht es um Krieg, einer Erfahrung der sich aller Wahrscheinlichkeit kaum ein Bandmitglied ansatzweise selbst stellen musste, aber ein Themenkreis der äußerst dankbare Ausgangspunkte für Bühnenoutfits und -dekorationen lieferte, und somit nicht nur die Zuhörer sondern auch die Musiker selbst von der lästigen Pflicht der Kreativität befreite. Auf dem Amphi hervorragend aufgehoben.

Kurz danach machten in der kleinen Halle Spetsnaz klar, dass man nicht originell sein muss um in dieser Szene abgefeiert zu werden – Sounds und Strukturen sind wirklich 1 zu 1 von Nitzer Ebb abgekupfert worden. Vor zehn Jahren noch wäre man für derlei unoriginellen Ansatz gnadenlos ausgelacht worden. Aber hier kann sich der „wahre“ EBM Head seine Dosis musikalischen Stumpfsinn abholen. Waren Nitzer Ebb 1986 noch kompromisslos, frisch und provokativ so sind Spetsnaz nur ein wirklich müder Aufguss der ehemaligen Klassiker. Die EBM-Soldaten, die dazu abfeiern, wirken ähnlich bedauernswert wie die die mitfünfziger Familienväter die sich zum ersten mal seit den 70igern wieder in ihre Lederjacke zwängen, weil die ROLLING STONES mal wieder unterwegs sind. Die einzige WAHRE Rockband des Planeten – zumindest die einzige die sie noch kennen. Und weil die Stones mit ihren Shows nur einmal alle zehn Jahre Kohle brauchen, boomen auch die Rolling Stones-, Police- und Genesis-Coverbands. Im EBM Bereich ist das scheinbar nicht anders, nur das hier die Coverbands teils sogar vom Original-Sänger angeführt werden. Wenn dafür die Kohle nicht reicht, gibt es halt durch Spetsnaz “voll auf die Mütze“...
„Ey“ habe ich noch vergessen

Stilwechsel, es wird voll vor der Bühne, denn der „Graf“ gibt sich die Ehre. Unheilig sind (zumindest in NRW) so was wie die „PUR“ der Gruftszene, mit einem wirklich charismatischen Sänger, der jeden „Und jetzt klatscht alle in die Hände“-Showtrick bis zur Vergasung geübt hat. Die Bühne mit aussagekräftigen 5 vor Zwölf-Ziffernblatt-Backdrop drapiert, hilft dem Publikum eine Mischung aus Athmosphäre (GEISTERSTUNDE!) und Spannung zu assoziieren, und täuscht so gekonnt irgendeinen Inhalt vor. Außerdem tritt der Arzt (äh sorry, der Graf!) im Anzug auf, und wer im Anzug auftritt, kann kein dummer Mensch sein. Dermassen mit vermeintlichem Tiefe getarnt, bringt der Graf seine Liedtexte unters willige Volk, die samt und sonders auch in der Orkus Gedichtseite sicher ihren verdienten Platz gefunden hätten. Semantischer Sondermüll als Poesie getarnt. Das Publikum fährt natürlich drauf ab, denn zu Unheilig lässt sich abwechselnd tanzen (Wie Eisbrecher, nur mit besseren Hooks, weniger Gitaarre und mehr Playback) und dann wieder wohlig dahinschmachten. Ganz zum Schluss zieht der Graf noch das Balladenass aus dem Ärmel, schöne Klavierakkorde, die Feuerzeuge flammen auf und saugen mit ihrer wohligen Annerkennung dieser gruftgewordenen DJ Bobo Show der kompletten „Gothic“-Szene das letzte bisschen Anspruch aus der Seele.

Der Schlagerfaktor von Unheilig wird von dem Rockfaktor ASPs ersetzt, ansonsten bleiben die Konzerte identisch. ASP Tritt nicht im Frack auf, sondern versucht sich ein wenig als deutscher Aushilfs-Marilyn Manson, ohne jedoch nur ansatzweise die musikalische oder ästhetische Klasse des amerikanischen Originals zu erreichen. Musikalisch und textlich befinden sich ASP genau in der Mitte der Linie zwischen Eisbrecher und Unheilig. Rock-Goth Kitsch mit deutschen Texten, aber glücklicherweise ohne die Nähe zum Zweifinger-Metal. Leider haben Unheilig Bühne und Publikum bereits so vollgeschleimt, dass die Show nicht ganz so in die Gänge kommt. Das Kitschigere ist der Kitschigen Feind. Nicht nur im RTL Nachmittagsprogramm,. Auch in der Gothic Szene.

Front 242 haben als *wirkliche* EBM Pioniere alle Trümpfe in der Hand das Publikum zu rocken, und erfüllen es zumindest mit einem fetten Sound und einer noch fetteren Videoshow. Auch wenn sich das Gehopse von Richard 23 und die wie immer deutlich schwächere Performance von Jean-Luc De Meyer in diesem Jahrtausend nicht wirklich geändert hat, so bemerkt man doch das Bemühen der Belgier sich stets in ein neues akustisches und optisches Gewand zu stecken. Die Videoshow besitzt sogar Anspruch und lässt die Themen „Kriegsführung“ „Religion“, „Technik“ und „Individuum“ wieder assoziativ um sich selber kreisen. Das ganze wird stilsicher aufgeführt, ohne auch nur das leiseste düster- heftig cliche zu bedienen. Keine Jahrhundertshow, aber wenn die Sonne tief steht, werfen auch Einäugige im Reich der Blinden lange Königsschatten.

SONNTAG

Neuer Tag, neues Glück, und ein paar Fragen zum Umfeld des Festivals: Zum Beispiel warum die Anti-Kommerz Gothics problemlos die gesalzenen Getränkepreise von 3,50€ akzeptieren, wohlgemerkt, nicht für eine Caipirinha, sondern für eine Coca Cola; Warum sich niemand am aseptischen Charme des „Kölner Tanzbrunnens“ (nomen est omen!) stört, der mit zivil gepflastertem Rasen und Blümchen um den Brunnen ungefähr soviel Athmosphäre hat wie eine Reichen-Vorschule in Berlin-Charlottenburg; Warum man für die Bands 45 € Eintritt bezahlen muss, während man beim M’era Luna für einen Zehner mehr das deutlich bessere Lineup einfindet; Warum unser undergroundiges Betroffenheitspublikum glücklich zwischen „Shoppen“, „Fressen“ und „Bands glotzen“ changiert. Die Antwort darauf: Im Fazit des Berichts.

„Portion Control“ eröffnen den sonntäglichen Reigen. Das Alter kann Ihnen niemand vorwerfen, aber schon das Outfit des Sängers, der leider wie ein engländischer Football-Hooligan daherkommt, und ähnlich tumb über die Bühne stolpert. Musikalisch bieten Portion Control zwar Eigenständigkeit, aber als eheamlige Pioniere waren sie auf der Bühne nur noch ein Schatten ihrer selbst. Aber der enttäuschende Eindruck sollte nur wenige Stunden später verfliegen, getoppt werden als man mit einem Auftritt einer Band konfrontiert wurde, die früher als Front Line Assembly Maßstäbe setzten.

Heimataerde übernehmen also den Staffelstab im Electro-Bereich. Die „Show“ besteht daraus, dass in den ersten fünf Minuten zu einem Düsterintro drei als Kreuzritter verkleidete Statisten die Bühne entern, irgendein Gestänge aufbauen, dort und Mittelalterliche Fahnenbanner einführen. Den Rest der Show bleiben sie dort stehen und gucken gelangweilt. Die Musik dazu kommt (natürlich) komplett vom Band, der Gesang des dritten Kreuzritters wird mit dem „Korg MkII Effektgerät“ bearbeitet, wofür „MK“ wahrscheinlich für „Mega-Kehlkopfkrebs“ steht. Darth Vader wäre vor Erfurcht im Boden versunken, aber im EBM-Bereich ist der Effekt sooo abgegriffen wie sonst noch was. Die Musik versucht ein Hybrid zwischen mittelalterlichen Elementen und Haudrauf-eelektronik zu sein, und der Sänger beendet jede Ansage mit einem stimmungsvollen „Pax Vobiscum“. Und das war es. Das war die Show! Das Publikum klatscht artig. In den ersten Reihen wird getanzt. In der Ferne jaulen Hunde. Das kann man aber über die ewig gleich stampfenden Drums nicht mehr hören.
In Sachen Inhaltsleere schießen Heimataerde den Vogel ab. Keiner beschwert sich. Schließlich gibt es was zu gucken! („Ritterkostüme! Dafür zahlt man sonst im Heimatmuseum noch mal 2,50€!“)
Das Publikum tanzt artig, klatscht artig. Die hinteren Reihen fallen artig in die Leichenstarre oder verziehen sich artig in die Gothic Shopping Mall.

Mesh Sind großartige Songschreiber und haben einen großartigen Sänger. Auch hier will ich nicht wirklich darauf wetten, wie viel der Musik aus dem DAT kommt, und ob die Keyboardstatisten auch nur eine Note Live spielen. Aber im Gegensatz zu allen anderen Bands heute sind Mesh musikalisch erste Sahne, wenn sie auch dem auf Härte getrimmten Publikum teilweise nicht gefallen mögen. Schließlich tragen sie keine schwarzen Klamotten, singen nicht deutsch über Verkehrsunfälle , Aggregatzustände von Chemikalien oder melancholische Tagebucheinträge mit Schmetterlingen, Phosphor oder tickenden Uhren.

Als ich dachte, ich hätte mit Portion Control Pioniere sterben sehen, wusste ich nicht, was uns kurze Zeit später von einem Bill Leeb aka Front Line Assembly zugemutet wurde. Ich glaube ich habe noch nie einen so lustlosen Auftritt einer Band die für sich das Attribut „energiereich“ in Anspruch nimmt, gesehen. Bill leeb steht seitlich zum Publikum, sieht aus wie ein abgehalfterter Skater der rhythmisch seinen Oberkörper von vorne nach hinten wiegt. Der Rest der Band besteht aus Musikern die eigentlich seine Söhne sein könnten (und es wahrscheinlich auch sind) und sich redlich mühen mit dem Kopf im Rhythmus zu wackeln. Einen gewissen „fetten Sound“ kann man FLA nicht absprechen, aber dieses Lob dient wohl eher dem Sound Engineer als der Band. Selbst die Ansagen lässt Bill mittlerweile vom Schlagzeuger machen, und es stellt sich die Frage, warum die fünf Mitmusiker sicherlich nicht untalentierten Jungmusiker nicht selbst eine Band machen, die sicherlich Front Line Assembly schon mit ihren Demoaufnahmen die Rücklichter zeigen würde.
Auf diese Frage gibt es zwei Antworten: Die erste heisst: Kohle. Denn FLA sehen für ihren Festivalauftritt sicherlich zehnmal mehr Gage als alle Newcomerbands auf dem Amphi zusammen.
Die Zweite Antwort ist, dass die „Mitdreissiger“-EBM Fraktion eigentlich keine Newcomerbands hören will, keinen neuen Sound, keine neuen Songs, keine neuen Strukturen. Wenn Nitzer Ebb die „Rolling Stones“ der EBM-Szene sind, so sind Front Line Assembly die Ramones. Eine Alle-Jahre-Wieder „Cash In Cow“ die auch den 35-Jährigen aufs Mera Luna, Amphi oder WGT lockt: „Hach, watt war dat schön“.

In der Gewissenheit die durch und durch kommerziell verwässerten Apoptygma Berzerk nicht mehr sehen zu müssen brechen wir auf, und verpassen mit Subway to Sally wohl einer der wenigen Bands mit Identität und eigenem Sound. Tut mir leid, nicht meine Baustelle, aber die Co-Headliner sind deswegen ausdrücklich von meiner Kritik ausgenommen. Der Rest disqualifiziert ich mit Bandnamen wie Katzenjammer Kabarett (kein Scherz), oder mit Vollplayback (Emily Autumn).

Ein qualitativ anspruchsvolles Publikum müsste sich auf dem Amphi Festival nicht mit Currywurst oder ungenießbarem, dafür aber unverschämt teuren Backfisch eindecken, sondern mit faulen Eiern, überreifem Obst oder gleich Teer und Federn eindecken, um diese traurige Entschuldigung für ein Festivallineup nahezu kollektiv vom Gelände zu jagen. Das Publikum des Amphi Festivals scheint sich jedoch mit deutlich weniger zufrieden zu geben, und trottet paralysiert, vollgefressen und passabel angeheitert in seinen Fiat Puntos (mit VNV Nation Aufkleber!) nach Hause.

Fazit:
Nein, das ist sicherlich nicht das erste Gothic-Festival das der Autor erlebt hat, und inhaltliche Unzulänglichkeiten sind natürlich auch schon woanders vorgekommen. Aber in so geballter Form habe ich die peinlichen Auswirkungen der intellektuellen Ausspülung dieser Szene noch nicht gesehen. Vielleicht bin ich gnadenlos veraltet, wenn ich erwarte, dass Nachwuchsbands sich Gedanken über Liedtexte machen, wie Skinny Puppy oder die Einstürzenden Neubauten damals. Vielleicht ist es auch wirklich nicht mehr so einfach wie in den Anfangstagen mit einem taufrischen Sound daherzukommen, wie es Sisters Of Mercy, the Mission , Nitzer Ebb oder front 242 vorgemacht haben. Aber was uns hier an dummdreister Entschuldigung für einen Inhalt oder Liedtext entgegenschlug sollte eigentlich als eine Beleidigung der Intelligenz des Publikums gewertet werden. Aber genau dieses Publikum scheint es überhaupt nicht mehr zu kapieren, wenn es statt einem Irgendwie geartetem Anspruch mit einer klebrigen Glasur aus Clichees zugeschleimt wird.
Auch ist natürlich die stark verallgemeinernde Einteilung des Punblikums dem Individuum sicherlich nicht gerecht gegenüber. Sicherlich gab es auch leute, die einzelne Bands oder die Mehrzahl Scheiße fanden, aber irgendwie haben wir es uns abgewöhnt, bei mangelnder Qualität – auch in dieser Szene unseren Mittelfinger zu erheben und Qualität oder Innovation zu verlangen.

Und damit haben wir, in allerletzer Konsequenz – diesen Dünnschiss nicht nur selbst verdient, sondern auch selbst angerührt.

Wohl bekommts!

Jeff Clever
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Beitragvon Mjöllnir » Mo Aug 20, 2007 13:25

Also ich muss ja sagen, dass ich ganz gerne zum rezensierten Festival gefahren wäre und mit Sicherheit nicht ganz so einen negativen Eindruck mit nach Hause genommen hätte... Obwohl ich also zu dem so bezeichneten qualitativ anspruchslosen Publikum gehöre (wenn auch Mitsubishi Colt mit Crüxshadows Aufkleber, statt Punto :twisted:), hat es mir sehr viel Spaß gemacht, deinen geradeheraus gesprochenen Artikel zu lesen. Ein paar deiner Punkte sind gemein, einige wahr und einfach traurig, aber die Sache mit dem Schlager-Graf: Zu witzig! Viele denken es, einer sprichts aus. :P
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Beitragvon thono » Mo Aug 20, 2007 13:37

ich habe diesen artikel nicht verfasst, sondern ein gewisser Jeff Clever - ich war selber nicht vor ort und für bands wie asp oder unheilig würde ich nicht einen buchstaben verschwenden, aber ich fand das geschriebene recht putzig und dachte mir, daß hier vlt. auch der eine oder andere darüber schmunzeln könnte...

quelle: dependent-forum @ http://dependent.de/forums/index.php
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Beitragvon Lothar » Mo Aug 20, 2007 21:45

Bei diesem so klasse verfassten Bericht bin ich ja schon fast enttäuscht, dass ich nicht dabei war, um den Wahrheitsgehalt beurteilen zu können :wink: . Ähnliche Aussagen über gewisse Bands habe ich ja auch schon des öfteren getroffen - möglicherweise liegt es an meinem Alter, dass ich manche Dinge ähnlich sehe, vielleicht aber auch schlicht daran, dass auch ich schon vor 15 und mehr Jahren das eine oder andere Konzert besuchen durfte :lol: :klopp:


Leider kenne ich diesen Jeff Clever nicht persönlich, aber für diesen Bericht verdient er von mir jede Menge Bild Bild Bild Bild
Das Glück liegt in jedem von uns, wir müssen es nur finden.
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Beitragvon Myrddin » Di Aug 21, 2007 17:35

Und auch wenn ich mich gar köstlich amüsiert habe ... :lol:

... der Typ war ja auch da und hat damit beigetragen das es sicher eine Fortsetzung geben wird. Das hätte er doch vorher wissen können!!!
Die Szene ist schon so lange tot das sie schon wieder untot ist. Und es wird immer Leute geben die viel Energie verwendet das sterben wortreich zu dokumentieren um sich damit auf einen Sockel zu heben! :twisted:

Ich mag das ... und wenigstens das bleibt scheinbar immer gleich!

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Beitragvon mephistopheles » Di Aug 21, 2007 18:13

Myrddin hat geschrieben:... der Typ war ja auch da und hat damit beigetragen das es sicher eine Fortsetzung geben wird. Das hätte er doch vorher wissen können!!!


Da hast Du sicher recht, aber manch einer sagt sich vielleicht auch: "FRONT sehen und sterben". - Ich hab' sie zum Glück dieses Jahr auf dem WGT gesehen
und konnte dieses Festival daher getrost auslassen. Aber so ist das doch meist bei größeren Festivals:
Es gibt bestenfalls 'ne handvoll Bands, die man sehen will und den Rest finanziert man halt mit - egal was man davon hält. Damit behält der Autor des obigen
Textes natürlich recht, wenn er sagt, dass man sich damit die Suppe selber einbrockt...
Nichtsdestrotrotz bereue ich es z.B. nicht letztes Jahr "nur" wegen Nitzer Ebb, Bauhaus, Ministry und enttäuschenden FLA zum MeraLuna gefahren zu sein!!!
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Beitragvon Marc » Di Aug 21, 2007 21:10

Herrlich zynisch, der Text.
Und erschreckend wahr.

Ich stimme dem Verfasser weitgehend zu (ähnliche Gedanken hatte ich z.B. beim Mera Luna schon), habe mich allerdings mit diesen Zuständen abgefunden. Meine Konsequenz ist, dass ich halt einfach solche und ähnliche Veranstaltungen meide...
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Beitragvon Mjöllnir » Do Aug 23, 2007 12:30

thono hat geschrieben:ich habe diesen artikel nicht verfasst, sondern ein gewisser Jeff Clever


Sorry Thono, ich kenne deinen bürgerlichen Namen nicht, daher dachte ich, das könntest durchaus auch du sein... Wobei Jeff Clever vermutlich auch ein Pseudonym ist. :wink:
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Beitragvon Frak » Do Aug 23, 2007 19:17

das Pseudonym stammt aus den alten Clever & Smart Comics
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Beitragvon thono » Do Aug 23, 2007 22:59

Mjöllnir hat geschrieben:Sorry Thono, ich kenne deinen bürgerlichen Namen nicht, daher dachte ich, das könntest durchaus auch du sein... Wobei Jeff Clever vermutlich auch ein Pseudonym ist. :wink:


kein thema - bye the way: thorsten

Frank hat geschrieben:das Pseudonym stammt aus den alten Clever & Smart Comics


danke - ich hab mir schon den kopf zermartert, woher ich den namen kenne :-)
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Beitragvon Traumtod » Fr Aug 24, 2007 16:34

War dieses Jahr auch aufm Amphi....

Leider kann ich den Bericht nur bestatigen, auch wenn er eine wichtige Gruppe vergessen hat, die zunehmend in die Schwarze Szene drängt. Ehrlich gesagt muss ich sagen, dass diese "ex-tekker-neonpink-flokati-stiefel-träger" mich um einiges mehr stören als die "bierbäuchigen-ebmler...." :P
Die rücksichtslosen Menschen, die sich einfach durch die Menschen "durchstossen" hat er auch nicht erwähnt, wobei von denen einige anwesend waren.....

Organisatorisch war es ein witz. Wir haben 1 1/2 Std. auf unseren Shuttle-bus gewartet und selbst hatten nicht sämtlich Leute drin platz. Die armen Schweine haben nochmal 2 Std. warten müssen (vorrausgesetzt, der Busfahrer hat zurück nicht so geheizt wie bei uns.... ^^ :D )

Die Preise waren unverschämt. Einheitspreis für Getränke lagen eben bei 3,50 €, egal ob Coke, das Zeug das sich bei den Bier nennt (hab nen Kater noch während m Trinken gekriegt) oder eben nur MINERALWASSER!!! Eigene Getränke durfte man natürlich nicht mit auf das Gelände nehmen, genauso wenig wie irgendwelche Snacks oder sonstwas essbares.
Dafür gab es eine Mini-currywurst, welche geschmeckt hat wie veraltet und in der Mikrowelle aufgewärmt für 5,50€ (aber immerhin waren die Pommes mit dabei)
Das war auch der einzigste Grund, wieso ich als "relativ-kommerzfeindlicher-Grufti" die Preise einfach so runtergeschluckt habe, irgendwie musste man ja dieses Festival ertragen (andere saufen sich Frauen schön, ich eben diverse Festivals ^^).

Die Spielzeiten waren nebenbei viel zu kurz.... "partybands" wie Saltatio Mortis spielten gerade mal 20 Minuten, im Gegensatz eben zu Heimaterde. Die Musik lief großteil vom Band, zwei standen als Fahnenträger blöd auf der Bühne rum (Bühnendekoration?) und 2 machen mal ab und zu was an ihren Instrumenten (Keyboard, Synthie, ka.... (bin da nicht so bewandert)) wobei einer, ab und zu mal was ins Mikro schwätzte... Also ein weiterer Reinfall, ASP brachte es auch nur auf knapp 40 Minuten, wenn ich mich jetzt nicht irre. Headliner wie Apoptygma Berzerk spielten um ne Stunde rum, nur Feindflug hat es richtig gemacht.... :D Haben um die 20 Minuten überzogen bis man ihnen den Strom abgestellt hat.... ^^ Mitten in Stukas war der Saft weg.... ^^

Wie der Autor die Musik beurteilt bleibt wohl geschmackssache, wobei ich bei einigen Bands wie Unheilig oder zum Teil auch ASP nicht unbedingt wiedersprechen kann, was die Texte anbelangt. Trotzdem mag ich die Musik, und hätten sie mehr Spielzeit gehabt, wären zum Teil auch die Auftritte besser gewesen.

Mein Faszit: War ganz nett das eine mal, aber aufgrund Organisation, Preis und Publikum, kann ich sehr gut drauf verzichten, vor allem weil sich der Weg bis nach Köln für son "fast-möchtegern-schwarzes-festival" nicht lohnt....

So far
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Beitragvon thono » Mi Apr 09, 2008 22:04

kramen wir einfach mal diesen alten thread aus - ich werds mir dieses jahr einfach mal gönnen und vlt. werde ich ja auch solch eine ausführliche rezi schreiben. wobei: ehrlich gesagt 1.) werde ich keinen bock haben so einen langen aufsatz zu schreiben und 2.) bei den bands würde er sicherlich nicht so schlecht ausfallen :D
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