Schrill zur Party, brav zur Arbeit

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Myrddin
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Schrill zur Party, brav zur Arbeit

Beitragvon Myrddin » Mo Sep 14, 2009 19:22

Lese gerade folgenden Artikel (thx an Felix)
http://www.spiegel.de/unispiegel/jobundberuf/0,1518,644320,00.html
und dachte mir, wär eigentlich ein ganz witziger Thread um mal wieder bischen Leben in den Schattenring zu bringen. Wie gehts Euch den so mit Schwarz & Beruf?

Gruß
Myrddin
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Beitragvon PsYcHoTiC » Mi Sep 16, 2009 08:28

Also, wenn ich so zurück denke..

Als ich noch mit Rock, Schnallenstiefeln und Rüschenhemd morgens im Büro erschienen bin, waren die Meinungen grundverschieden. Die Mit-Azubis fandens toll, der Ausbilder hat es toleriert, aber grade die älteren Kollegen haben oft mit Unverständnis bzw offener Ablehnung reagiert...

Mittlerweile ist das kein Thema mehr - als Uniformträger ergeben sich wenig Möglichkeiten zur Wahl des Outfits. Da kommen nur noch Kommentare zum Brikett-Haarschnitt - und die sind durch die Bank positiv! 8)
"Bei fortschreitender Dämmerung ist mit zunehmender Dunkelheit zu rechnen" - ZDv 3/11 "Gefechtsdienst aller Truppen (zu Lande)"

http://www.dragosien.de/user/Ashen-Shugar
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Trinity
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Beitragvon Trinity » Mi Sep 16, 2009 16:10

die frage stellt sich mir grad garnicht. zu meinem arbeits"gewand" passt einfach kein lack...




ausserdem haben "wir schwarzen" es doch eh verhältnismäßig einfach. nichts ist eleganter/seriöser als schwarz. man muss lediglich das bandshirt durch was neutrales ersetzen und schwupps sollte sich niemand mehr dran stören.

man muss nur wissen was man möchte. ich muss nicht (mehr) auf biegen und brechen provozieren und störe mich nicht daran für meinen beruf auch mal in sachen zu steigen die sich von meinem üblichen geschmack unterscheiden. juhu, ich werde erwachsen...lach...
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Myrddin
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Beitragvon Myrddin » Mi Sep 16, 2009 21:14

Na denn will ich auch mal ...

Also für mich ist es doch immer wieder verblüffend wie so eine "Andersartigkeit" nicht zwangsläufig zum Problem wird. Ich bin spät genug zu den Schwarzen gekommen um die "heile Welt" der Bunties zu verstehen. Ich wär damals vor einem wie mir schon irgendwie erschrocken. Vorurteile? Jeder Mensch hat Vorurteile! Und ich bin ja nach wie vor der Meinung, wer sich daran stört das die Leute komisch auf einen reagieren der sollte sich halt anpassen.

Klar trage auch ich auf Arbeit normale schwarze Kleidung. Eher schon bischen zu bieder wie ich finde. Da würde problemlos noch mehr gehen. Was aber jedoch der komplette Normverstoss ist, der Undercut. Und auch wenn ich nach ein paar Jahren wirklich vergessen begonnen habe wie "erschreckend" das für Leute sein muß die das nicht gewöhnt sind, verblüfft es mich immer wieder das es scheinbar kein echtes Problem ist.

Goth sein und Goth bleiben kann funktionieren wenn man offen mit dem Leuten umgeht und es nicht übertreibt. So habe zumindest ich das erfahren. Als ich mich vor ein paar Jahren in diese Richtung verändert habe gab es keine "Karriere" die in Gefahr kommen könnte. Stupiedes Geldverdienen! Trotzdem war es für mich ganz klar, ich würde den "Schmarn" aufgeben wenn ich beruflich Probleme bekommen würde. Heute beruflich an einem Punkt angekommen bei dem ich durchaus etwas zu verliehren habe, wäre das eine Gewissensentscheidung die mich in echte Probleme stürzen würde. ...ist halt keine Provokation mehr, sondern ein Teil von mir. Ich kann es mir garnicht mehr anders vorstellen. :-)

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Beitragvon Zitrone » Do Sep 17, 2009 11:15

ich will jetzt mal ganz ehrlich sein und wahrscheinlich stimmen mir ein großteil der älteren hier im forum zu. Umso länger man in der Szene rumhüpft umso unwichtiger wird es was man trägt. Schwarz sein ist eine Einstellung und keine Kleidung. Ich selber bin inzwischen ein wirklich bunter und alles tragender mensch (gut der hang zu dunklen Klamotten ist geblieben), ich reglementiere meine Kleidung aber nicht mehr, weil man als Grufti das nicht trägt und ganz ehrlich, in meinem Leben hat sich so ganz und gar nix verändert. Letztendlich nur, dass ich mich optisch nicht mehr von der Masse unterscheide.... was aber ja bekanntlich weder meine Einstellung zum Leben noch meinen Musikgeschmack beeinflusst... hm und soll ich was sagen??? es tut wirklich nicht weh *lach*
(mal gänzlich davon abgesehen, dass ich mit diesen Loveparade-Grufties so oder so nix mehr zu tun haben will, dass ist in meinen Augen wirklich nur noch Kinderfasching) - aber: wirklich nur MEINE Meinung!
Und meinen Beruf deswegen gefährden???? ne... auf den Trichter käme ich nicht wirklich, es geht immer ohne die große Show, man kann sich treu bleiben, ohne immer komplett gegen die Gesellschaft anzulaufen. Wichtig ist nur, sich nicht zu verkleiden, sondern man selber zu sein.
just my 2 cents :wink:
God damn this noise inside my head
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Beitragvon thono » Do Sep 17, 2009 14:59

kann ich mich obigem text eigentlich nur anschließen. und bevor ich mit mundschutz und farbigen plastikrollen im haar rumlauf (jaja - welches haar, ich weiß ;-)), muß echt viel passieren...

ab einem gewissen alter weiß man, wohin man gehört und muß sich oder anderen menschen einfach nichts mehr beweisen.
Ever tried? Ever failed? No matter. Try again. Fail again. Fail better.
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Lothar
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Beitragvon Lothar » Fr Sep 18, 2009 11:24

Danke fuer die Vorarbeiten; da kann ich mich so ziemlich ueberall anschliessen :D .
Bereits bei den ersten Erfahrungen mit serioesen Arbeitgebern als 16-Jaehriger habe ich beschlossen, mich bei Kollegen und Chef nicht allzu auffaellig zu geben - insbesondere was die Frisur betrifft; alles Andere kann man ja schnell aendern. Meine Kleidung war schon damals mehr oder weniger mein eigener Stil, wenn auch in der breiten Masse relativ unauffaellig. Obwohl der erste Job damals nur als Ferienarbeit in der Fabrik begann, ohne Aussicht auf spaetere Festanstellung, wollte ich da nicht gross anecken und ich denke, das hat mir tatsaechlich dabei geholfen, bei diesen "Spiessern" :wink: von Kollegen und Chef Vertauen aufzubauen.

Jetzt laufe ich in der Arbeit fast immer unauffaellig schwarz herum (Band-T-Shirts und viel Schmuck waeren definitiv ein Problem), wenn nicht gerade ein Kundentermin Hemd und so erfordert. Natuerlich faellt dieses "fast immer schwarz" auf Dauer auch auf und ist immer wieder fuer einen Kommentar unter Kollegen gut - aber kein Problem. Als Neuling in dieser Firma habe ich mich aber sehr zurueck gehalten und auf mehr Abwechslung geachtet, was ich auch jetzt nicht bereue. Wobei ich da auch Zitrone zustimme, dass Aeusserlichkeiten im Laufe der Zeit immer unwichtiger werden.

Tatsaechlich ecke ich bei Kollegen mehr damit an, wenn ich zugebe, dass mir Jazz, Gospel usw. Kotzanfaelle bereitet, was die meisten Menschen anscheinend als "gute Musik" empfinden, nicht nur im Sinne von "schoen", sondern irgendwie kulturell gesehen gut :?: :twisted: .
Das Glück liegt in jedem von uns, wir müssen es nur finden.

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